
Martina Ziegler
Alice & Bob on a Journey
18.12.2025 – 31.01.2026
Cheruskerstraße 56, 40545 Düsseldorf
Ausstellungszeitraum: 17.04.2026
Cheruskerstraße 56, 40545 Düsseldorf
Begleitend zur Art Düsseldorf präsentiert die Galerie Benden & Ackermann eine Sonderausstellung mit ausgewählten Positionen von Simon Evertz, Willi Siber und Martina Ziegler. Die Ausstellung bringt drei künstlerische Handschriften zusammen, die auf sehr unterschiedliche Weise unsere Wahrnehmung von Bild, Oberfläche, Material und Raum befragen. Gerade in der Parallelität zur Messe entsteht so ein konzentrierter Ausstellungszusammenhang, der nicht auf schnelle Reize setzt, sondern auf Intensität, Präzision und die nachhaltige Wirkung eigenständiger künstlerischer Positionen.
Simon Evertz, geboren 1988 in Neuss, studierte von 2009 bis 2016 an der Kunstakademie Düsseldorf, unter anderem als Meisterschüler von Tal R sowie später in der Klasse von Peter Doig. Heute lebt und arbeitet er in Neuss. Evertz ist insbesondere für seine großformatigen Ölmalereien und unikalen Holzschnitte bekannt. Seine Bildwelten bewegen sich zwischen Gegenständlichkeit und atmosphärischer Verdichtung; sie greifen Motive des Alltags, der Jugendkultur, urbaner Situationen und zwischenmenschlicher Nähe auf und überführen sie in eine malerische Sprache, die zugleich unmittelbar und rätselhaft erscheint. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Sensibilität für Licht und Erinnerung aus. Gerade diese Offenheit macht seine Malerei so gegenwärtig. Sie zeigt nicht nur Szenen, sondern Stimmungen, Übergänge und jene fragilen Momente, in denen sich Wirklichkeit in Bild verwandelt.
Mit Willi Siber tritt der Ausstellung eine künstlerische Position gegenüber, die seit Jahrzehnten zu den markantesten Stimmen der deutschen Gegenwartskunst im Spannungsfeld von Malerei, Skulptur und Objekt zählt. Siber wurde 1949 in Eberhardzell geboren, studierte Kunstwissenschaften an der Universität Stuttgart sowie Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart als Meisterschüler von Herbert Baumann. Seit vielen Jahren entwickelt er ein Werk, in dem Farbe, Fläche, Form und Raum nicht getrennt voneinander gedacht, sondern als sinnlich erfahrbare Einheit begriffen werden. Seine Objekte und Wandarbeiten besitzen eine unverwechselbare Präsenz: lackierte, hochglänzende Oberflächen, organisch anmutende Formen und eine präzise handwerkliche Ausführung verbinden sich zu Arbeiten, die zwischen Körperhaftigkeit und Immaterialität oszillieren. Was aus der Distanz oft vollkommen glatt und reduziert erscheint, entfaltet aus der Nähe eine außerordentliche Tiefe.
Martina Ziegler wiederum erweitert den Ausstellungsraum um eine Position, die Malerei, digitale Bildfindung und Komposition in einen eigenständigen künstlerischen Zusammenhang überführt. Sie studierte Freie Kunst in Köln und Visuelle Kommunikation in Düsseldorf und war zunächst international als vielfach ausgezeichnete Art- und Creative Director tätig, bevor sie sich seit 2010 vollständig der freien Kunst widmet. Ziegler ist insbesondere für ihre Konzepte des „Crossover Painting“ und der „Hybriden Malerei“ bekannt. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist häufig das gemalte Bild, welches dann transformiert, überlagert und in malerische Prozesse überführt wird. So entstehen Werke, in denen Realität, Erinnerung, Inszenierung und Imagination eng miteinander verschränkt sind. Ihre Arbeiten besitzen eine große atmosphärische Dichte und zugleich eine bemerkenswerte Ruhe; sie eröffnen Bildräume, die vertraut wirken und sich doch jeder eindeutigen Festlegung entziehen. Gerade in dieser kontrollierten Ambivalenz liegt die Qualität ihrer künstlerischen Sprache.
Die Idee dieser Sonderausstellung liegt nicht darin, formale Ähnlichkeiten zu behaupten, sondern bewusst drei unterschiedliche künstlerische Ansätze in einen spannungsreichen Dialog zu bringen. Simon Evertz arbeitet aus dem Bild heraus, aus dem Moment, aus einer malerisch verdichteten Wahrnehmung von Gegenwart. Willi Siber entwickelt seine Werke aus Material, Farbe, Licht und räumlicher Präsenz. Martina Ziegler wiederum bewegt sich an den Übergängen zwischen malerischen Ursprung und digitaler Transformation. Gerade diese Unterschiede machen die Ausstellung so reizvoll: Sie zeigt, wie vielfältig zeitgenössische Kunst heute sein kann, wenn sie konsequent aus einer individuellen Haltung heraus entsteht.
Im Kontext der Art Düsseldorf versteht sich die Ausstellung als bewusste Erweiterung des Messebesuchs. Während die Messe einen breiten Überblick über aktuelle Positionen bietet, eröffnet die Sonderausstellung in der Galerie einen konzentrierten Blick auf drei Künstlerpersönlichkeiten, deren Arbeiten Zeit, Aufmerksamkeit und genaue Wahrnehmung verlangen. Sie lädt dazu ein, nicht nur Kunst zu sehen, sondern unterschiedliche Formen von Bildlichkeit und Präsenz zu erleben: das erzählerisch offene Bild bei Simon Evertz, die sinnliche Materialität und Farbintensität bei Willi Siber, die subtile Verschiebung zwischen Realität und Imagination bei Martina Ziegler.
Zur Ausstellungseröffnung laden wir am 17. April 2026 von 19:00 bis 21:00 Uhr herzlich in die Galerie ein. Am 18. April 2026 von 19:00 bis 23:00 Uhr folgt eine begleitende Abendveranstaltung mit DJ Lalena, die den Dialog zwischen Kunst, Begegnung und Atmosphäre in einem erweiterten Rahmen fortsetzt. So verbindet die Sonderausstellung auf besondere Weise konzentrierte Werkbetrachtung mit einem lebendigen, zeitgenössischen Ausstellungsformat.
Die Sonderausstellung ist während der Art Düsseldorf wie folgt geöffnet:
Donnerstag, 16. April 2026 · 12:00–19:00 Uhr
Freitag, 17. April 2026 · 12:00–21:00 Uhr
Samstag, 18. April 2026 · 12:00–23:00 Uhr
Sonntag, 19. April 2026 · 12:00–17:00 Uhr